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Dich nervt der Müll auf der Straße? „Ja, und zwar gewaltig!“

Mit den vielfältigen Aufrufen zur Teilnahme – über Flyer, Banner, Presse und persönliche Ansprache beim Null-Müll-Stand auf dem Nachbarschaftsfest – trafen wir einen Nerv: Ca. 60 Bewohner des Samtweberviertels sind der Einladung zum Ideenabend ins Lentz am 17.10.17 gefolgt und haben sich eingebracht um das Viertel sauberer und gemütlicher werden zu lassen. – von Marianne Hitpaß

Zu Beginn des Abends wurden die Teilnehmer vom 4-köpfigen Moderatorenteam mit Namensschildern ausgestattet und herzlich begrüßt. Nach einer kurzen Einführung ging es dann auch schon mit der Vorstellung von 5 Ideen los:

Müllsprüche Teil 2 – Die Aktion, bei der Anwohner Mülleimer mit witzigen und originellen Müllsprüchen im Bereich der Lewerentzstraße versehen haben, könnte auf das gesamte Samtweberviertel ausgeweitet werden – oder mit einem Sprüchewettbewerb verknüpft werden – diese Idee wurde von Eva präsentiert, da sie die Aktion schon erfolgreich umgesetzt hatte – somit konnte sie auch Tipps zu Genehmigung, Finanzierung, etc. pp. geben.

Fußspuren – Marianne stellte vor, dass zukünftig Spuren den Weg zum nächsten Mülleimer markieren können, um auf humorvolle Weise und ohne erhobenem Zeigefinger die Menschen dazu zu animieren, den Müll nicht zwischen den Eimern sondern in den Abfalleimer fallen zu lassen.

Frühjahrsputz – Mal so richtig Ordnung schaffen, am besten zusammen mit Jugendlichen unter pädagogischer Begleitung. Das wurde von Karla (Jugendhilfe individuell) eingebracht.

Stimm sauber ab – Silke stellte eine Aktion aus Moers vor, mit der man Kaugummis und Zigarettenstummel zur Abstimmung über kontroverse Themen verwenden kann, die dann praktischer Weise nicht auf der Straße landen.

Sportliche Mülleimer – Es kann auch Spaß machen, den Müll ordnungsgemäß zu entsorgen. Malte stellte einen „Basketballmülleimer“ vor. Diese trichterförmigen Mülleimer animieren beispielsweise in den Niederlanden dazu, jeden Treffer zählen zu lassen.

Fotos: Marcel Rotzinger, Copyright: UNS

Je nach Interesse setzten sich die Teilnehmer dann an den Projekttisch der jeweiligen Idee, um Vor- und Nachteile auszuloten, mögliche Probleme zu identifizieren und vor allem um die Idee weiter zu entwickeln. Neue, ganz andere Ideen wurden an einem „offenen Tisch“ ausgeheckt.

Überall wurde leidenschaftlich diskutiert und geknobelt. Die trockenen Kehlen und leeren Bäuche wurden mit den vom Lentz bereitgestellten Getränken und Süppchen behandelt.

Dann gab es ein kurzes Feedback aus den Gruppen – z.B. vielleicht sind bald nicht „nur“ Sprüche auf Mülleimern zu sehen, sondern auch Kunst, vielleicht gibt es nicht nur einen Frühjahrsputz sondern auch einen Müllumzug oder es sind nicht nur Fußspuren, sondern auch Tierspuren, die zu Mülleimern führen. Auch werden wir vielleicht eine Müllskulptur beim Kirschblütenfest sehen. Mit mehrsprachigen Informationen und der Einbindung „von klein auf“ möchte man auch Bewohner sensibilisieren, die den Müll bisher nicht als problematisch betrachten.

Anschließend gab Wilfried Gossen einen aufgrund der späten Stunde kurzen Überblick über die Situation im Viertel aus Sicht der GSAK. Die Initiativen „von unten“ wurden als besonders wirkungsvoll gelobt, z.B. hätten die Müllsprüche nachweisbar zu Verbesserungen geführt. Sie wiesen zudem auf die „Sauberline“ und die GSAK-APP hin, welche man kontaktieren könne, um wilde Müllkippen zu melden.

Die Bewohner äußerten in der Diskussion auch ihren Unmut darüber, wie die Straßenreinigung erfolgt – oft weder ausreichend gründlich oder häufig – und es scheint, dass auch weg geschaut werde, wenn die Zuständigkeiten nicht klar sind. Nichtsdestotrotz seien auch der GSAK die Hände gebunden, da sie von der Stadt beauftragt ist und nicht eigenmächtig agiert. Hier wurde betont, dass, wenn die Basis Druck auf die Politik ausübt, mehr passiert, als wenn die GSAK allein auf Probleme hinweist.

Zum Abschluss wurden die nächsten Aktionen/Treffen vereinbart und man ging gut gelaunt auseinander.

Vielen Dank an alle Mitmacher, Markus für den Service, Lars Meyer, Stephan Geffers, Petra Eickhoff und Sarah Büchner für die Moderation, Marcel für die Fotos sowie an Herrn Gossen und Frau Laeser von der GSAK für ihre Unterstützung.

Das Wichtigste zum Schluss: Es geht weiter.

Auch wenn nicht alle Ideen einen Termin fürs nächste Treffen gefunden haben. Vielleicht passiert das noch oder Ihr möchtet eine weitere neue Null-Müll-Idee umsetzen. Bei Interesse könnt ihr gerne Kontakt aufnehmen: Marianne.Hitpaß@rwth-aachen.de

Nächste Treffen:
Fußspuren: 21.11.17, 19 Uhr, Nebenraum Lentz
Die Samtweber räumen auf: 25.11.17, 11 Uhr, Treffpunkt/Start: Blumenstraße 14

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