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Eindrücke und Bilder vom Viertelsratschlag und Tag der offenen Tür am 13. Mai

Der Moment, in dem es besser wurde: Habt ihr Euch schon mal gefragt, ab wann eine Stadt besser wird? Der Moment, in dem man sich umsieht und denkt: „Wow, das ist eine enorme Bereicherung und verändert den gesamten Eindruck, den diese Stadt macht!“

Am 13. Mai 2017 hatten viele Nachbarn und Nachbarinnen das Glück, einem solchen Moment bewohnen zu dürfen: Die Alte Samtweberei auf der Lewerentzstraße öffnete ihre Tür für alle. Nach nur drei Jahren Bauzeit ist die Alte, „neue“ Samtweberei fast fertig und das Ergebnis ist beeindruckend und verändert das Gesicht des Viertels tiefgreifend und nachhaltig.

Am Vormittag fand in mehreren Räumen verteilt über die Samtweberei der „Große Viertelsratschlag“ statt. Hier wurde in fünf Gruppen gemeinsam diskutiert und entschieden, wie das Projekt und unser Viertel in Zukunft verschönert werden kann. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen beschäftigten sich mit Fragen wie: Was passiert mit den Überschüssen für den Stadtteil? Wie funktioniert das mit den „Viertelstunden“? Wie soll sich die ECKE weiterentwickeln? Wie kann die Shedhalle mitgestaltet werden? Die Antworten und Ergebnisse des „Großen Viertelsratschlag“ werden in Kürze hier auf der Webseite veröffentlicht.

Fotos: Richard Grüll, Marcel Rotzinger

Im Anschluss an die Gruppenarbeiten gab es eine sehr rührende und thematisch passende Aktion zur ersten öffentlichen Begehung der Shedhallen. Alle Anwesenden durften sich eine Nutz- oder Zierpflanze (im Topf) aussuchen und an einem Ort ihrer Wahl in der Shedhalle platzieren. Da sich zahlreiche Nachbarn und Nachbarinnen beteiligten, sah die Shedhalle nach wenigen Minuten gemütlicher, lebendiger und einladender aus. Die Aktion kommuniziert das Konzept, denn eingeladen waren und sind alle, die Lust haben, bei der Gestaltung dieses Begegnungsortes mitzuwirken. Jeder konnte mit seinem Topf einen Teil der Räume, nach seiner Vorstellung, bereichern und das Gesamtbild positiv beeinflussen.

Der Raum ist einzigartig und bietet außergewöhnliche Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Ein Stadtgarten wird unter freiem Himmel, geschützt von Wänden, entstehen. Hier kann man gerne „mitgärtnern“ und das Viertel grüner machen. Davor wird ein spezieller Boden verlegt, der das Ausüben verschiedenster Sportarten begünstigt, wie Basketball und Fußball. Zudem reduziert er den Geräuschpegel, der beim Toben und Spielen entsteht. Der grüne Bauwagen ist momentan noch das Herzstück in den Shedhallen, drumherum waren Sitzgarnituren aufgebaut und die Besucher konnten sich mit Suppen und Getränken an diesem sonnigen und warmen Tag erfrischen. Besonders hilfreich und bereichernd waren Plakate, an den noch leeren Wänden, die beschreiben was noch entstehen wird, wie z.B. „Wer hat eine Idee für diese Wand? Bitte melden und mitmachen.“ oder „Diese Wand wird noch weiß“ und „Hier gibt es bald Strom für die Bühne“. Kinder befüllten die Blumenbeete, die wie ein Raumtrenner wirken, in Mitten des Getümmels. So bekam man eine sehr gute Vorstellung davon, dass diese Hallen nicht nur gut geplant sind, sondern auch, dass sehr viel Wert darauf gelegt wurde, die Wünsche der Menschen im Viertel zu berücksichtigen und umzusetzen. Durch die Einteilung wirken die Räume immer noch weitläufig, aber nicht kühl oder zu leer, was bei solch großen Flächen schnell passieren könnte. Die Menschen und die Anordnung der verschiedenen Elemente an diesem Tag hauchten der Shedhalle Leben ein. Es gibt keinen Zweifel mehr daran, dass diese Räume das Viertel und die Nachbarschaft bereichern und jeder willkommen ist.

Der Rundgang – zum Tag der Städtebauförderung und mit dem Krefelder Oberbürgermeister Frank Meyer und der Düsseldorfer Regierungspräsidentin Anne Lütkes – war ein weiteres und heißersehntes Highlight dieses Tages, denn man hatte nicht nur die Chance, sich das sanierte Treppenhaus und das Nachbarschaftscafé Lentz anzusehen, sondern auch einen Blick in noch leerstehende Wohnungen zu werfen. Das erhaltene Geländer und die Treppen, umrahmt von freigelegten Backsteinwänden, bringen den historischen Charakter des Gebäudes zur Geltung. Bei der Begehung hatte man sofort das Gefühl, hier sei alles bis ins kleinste Detail durchdacht. Der Zugang zu den Wohnungen erfolgt über Laubengänge von außen. Drei Wohnungen liegen hintereinander und in der Mitte teilen sich die drei Parteien eine 25 m² große Terrasse. Drei einzelne Balkone wären klein gewesen, doch durch die Zusammenführung entsteht ein großer Außenbereich, der, durch die gemeinschaftliche Nutzung, zu einem Raum für Begegnung und Austausch unter Nachbarn wird. Um den Verlust von Sonnenlicht in den unteren Etagen zu minimieren, wurden die Zugänge zu den Wohnungen und deren Terrassen, wie ein Brückensystem mit einem Abstand an die Hauswand angesetzt. So kann die Sonne bis ins Erdgeschoss hindurch scheinen. Da fast alle Wohnungen bereits bezogen sind, lebt das Haus. Das Leben findet auf Grund der Architektur draußen statt und ein sehr wohnlicher und warmer Eindruck entsteht durch die verschiedenen Elemente, die die Bewohner mitbringen und vor ihre Türen gestellt haben. Pflanzen und Gartengarnituren, Grill und Fahrräder, Spielsachen der Kinder und die Bewohner schmücken das neue Wohnhaus.

Das bunte Treiben fand an diesem besonderen Tag in jeder Ecke des Samtweberhauses statt. Am schönsten war es aber auf der Sonnenterrasse des Lentz, hier konnte man sich kalte und heiße Getränke holen, den Anblick genießen und die Atmosphäre aufnehmen. Einen besseren Start kann ich mir nicht vorstellen. Da war dieser Moment in dem man denkt: Jetzt ist Krefeld besser! Hier ist etwas Besonderes entstanden, an dem alle die mitgewirkt haben, sehr stolz sein können. DANKE!!!

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