Freiraum für die Gemeinschaft

Verborgen hinter den noch geschlossenen Fabriktoren öffnet sich ein großes Areal, das von den ca. 3500 qm großen Fabrikhallen mit ihren charakteristischen Sheddächern geprägt ist – ein großer überdachter Freiraum für Ideen und nachbarschaftliche Nutzungen. Ein Flächenangebot für notwendige Funktionen aber auch für Aneignungen durch die Nachbarn und Projekte aus dem Quartier.

Die gemeinschaftliche Mitte im Innenhof

Hier soll eine gemeinschaftlich zu nutzende Fläche für die Anlieger und für das Samtweberviertel geöffnet werden. Dazu entsteht ein einladender Zugang über das Torhaus in den Innenhof, an dem auch der Gastgarten des Nachbarschaftscafés liegt. Dahinter öffnet sich die große Halle als Möglichkeitsraum für Projekte und Aktivitäten aus dem Stadtteil, z.B. Sport und Spiel für Kinder und Jugendliche oder für eingestellte Selbstbauwerkstatt. Für einige Sonderereignisse im Jahr könnte die Halle auch als Festplatz genutzt werden. Im rückwärtigen Bereich entsteht ein geschützter Gemeinschaftsgarten für Stadtteil- oder Bewohnerinitiativen.

Von der Garnstraße her kann die Halle auch mit dem Auto erreicht werden – im Ostteil befinden sich dann Anliegerstellplätze der Alten Samtweberei.

Die Erschließung und Herrichtung der Halle, der Abbruch von Nebengebäuden, barrierefreie Zugänge und die Begrünung und Gestaltung der Platzflächen werden von der Stadt Krefeld mit Hilfe des Landesförderprogramms Stadtumbau West finanziert.

Im Rahmen der Stadtteilinitiativen zur Nachbarschaft Samtweberei wird es nach dem Umbau darum gehen, mit den Bewohnern die Nutzungen und den nachbarschaftsverträglichen Betrieb zu organisieren.

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Zeitläufe

Im Februar 2014 fand eine Planungswerkstatt zur Perspektive des Innenhofs statt.

Bis zum Sommer 2014 erarbeitete das Freiraumbüro DTP aus Essen ein städtebauliches Rahmenkonzept für die weitere Entwicklung des Innenhofs.

Auf dieser Grundlage hat die Stadt Krefeld einen Förderantrag beim Land NRW zur Finanzierung der Umbaukosten von rund 1 Mio € aus Mitteln des Programms Stadtumbau West gestellt. Hierzu liegt mittlerweile eine Bewilligung vor.

Im Jahr 2015 werden die notwendigen technischen Planungen und Bauvorbereitungen getroffen. Einen ersten Einblick des Innenhofes und der riesigen Halle konnten die Besucher des Nachbarschaftsfestes im September erlangen, auf dem unter dem Motto „Aussichten für 2017“ auch erste Ideen und Wünsche für die zukünftige Nutzung abfragt wurden.

Um mit den Menschen vor Ort noch besser heraus finden zu können, wie diese Hallen ab 2017 genutzt werden können, haben wir das „Shedhallenspiel“ entwickelt, das während der Bauphase, die den Zugang zur Halle verhindert, Menschen und Aktionen für den neuen Raum gewinnen möchte. Den Film dazu sehen Sie hier.

Von Mitte 2016 folgen auf Grundlage dieser Pläne einjährige  Umbauarbeiten. Die Halle wird hergerichtet, das Dach ertüchtigt, Nebengebäude abgerissen und barrierefreie Zugänge geschaffen.

Die Maßnahmen zur Öffnung des Geländes und zur Herrichtung der Hallen werden zum Frühjahr 2017 realisiert und abgeschlossen.

Dann öffnet sich der Innenbereich für die Nachbarschaft und soll gemeinsam mit allen Interessierten aus dem Haus und dem Stadtteil in einer Erprobungsphase gestaltet werden. Ende 2017 wird Zwischenbilanz gezogen und noch einmal Geld für weitere Anschaffungen bereitgestellt. Verschiedene Wünsche wie eine Bühne, ein Vorhang oder eine großzügigere Lichtausstattung stehen zur Disposition. Entschieden wird mittels Crowdfunding für das die Teilnehmenden Samtwebertaler zur Verfügung gestellt bekommen. 

Inzwischen sind mehrere Wände mit Tape Art Kunst, Graffiti und Wandmalerei versehen. Robuste Sitzgelegenheiten aus Holz laden ein sich das Treiben in der Halle anzusehen. Eine neue Bühne sorgt für unerwartete Auftritte. 

Wenige Großveranstaltungen wie eine Modenschau oder eine Tanzveranstaltung einer örtlichen Tanzschule haben die Halle auf Leib und Nieren geprüft. 

Für den Alltag gibt es nun einen Wochenplan, der den Überblick gibt, wann gebolzt wird, wann die Spielplatzpaten den Bauwagen mit jeder Menge Spielsachen aufschließen und welche Gegner sich als nächstes auf der Boulebahn duellieren.

Was einst Produktionshalle und später Parkplatz war, hat sich zu einem neuen Platz im Viertel entwickelt und entwickelt sich weiter. Denn die Shedhalle will von ihrem Selbstverständnis her kein fertiger Ort sein. Sie war und ist Experimentierfläche. Ausprobieren, lernen und anpassen ist ihr Cre­­do und soll auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen im Umgang mit diesem neu gewonnen Stück Stadt.

Den Film zum Beteiligungsprozess sehen Sie hier, die Ergebnisse können Sie jederzeit vor Ort zwischen 9.00 und 18.00 Uhr besichtigen.

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