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Kommt zusammen!

Ein wunderschönes und magisches Fest fand am Sonntag dem 25. September rund um den Corneliusplatz statt. Das Nachbarschaftsfest lud zum Picknicken und Trödeln ein. Das Wetter schenkte allen Besuchern ein warmes Herbstlicht und sorgte für sommerliche Stimmung.

 

Die Lewerentzstraße wurde eigens für das Nachbarschaftsfest gesperrt, aber dafür standen viele Türen der alten Jugendstilhäuser am und um den Corneliusplatz offen. Durch die verkehrsfreie Zone konnten die zahlreichen Kinder in aller Ruhe mit den Spielgeräten über den Platz und die Straße toben. Ein riesiges Arsenal an Holzstäben bot die Möglichkeit, mit den Mitarbeitern der KRETA-Mobifant Wolkenkratzer nachzubauen, Türme aufzustellen und diese auch wieder einstürzen zu lassen. Besonders beliebt waren die unterschiedlichen Bewegungselemente vom Mobifant. Es gab Einräder, Wagen und Treträder mit Anhängern und somit wurde die Lewerentzstraße an diesem Sonntag doch befahren.

 

 

Der Trödelmarkt lud zum Schlendern und Stöbern ein. Es gab Selbstgemachtes, Kunst und jede Menge echtes Trödelmaterial. Ein ganz besonderer Stand mit Selbstgemachtem gehörte zum „Wollwerk“. Hier konnte man Gehäkeltes, Gestricktes, Genähtes und Geflochtenes erwerben. Das Wollwerk wurde von Teresa und Svenja ins Leben gerufen und wird von den beiden liebevoll gepflegt und erweitert. Auf die Idee einen offenen Handarbeitstreff zu organisieren sind die beiden nach einem gemeinsamen Projekt während ihres Kulturpädagogik Studiums gekommen. „Wir strickten stundenlang auf einer Bühne ein Fahrrad ein, dabei sagten wir kein Wort.“ An ihrem Stand konnte man die Früchte ihrer Arbeit betrachten und kaufen. „Das Nachbarschaftsfest bietet uns eine Bühne, um unsere Erzeugnisse zu präsentieren. Wir sind schon stolz darauf, was die Teilnehmer*innen und wir produziert haben“ Von gehäkelten Kuscheltieren, Astronauten, Raketen und Rennwagen bis hin zu selbst gestrickten Schals, Tischdecken und Socken war alles dabei.

Beim Wollwerk sind alle willkommen! An jedem Mittwoch vom 7.September bis 14. Dezember 2016 von 18.00 bis 19.30 Uhr in „Die Ecke“. Selbst wenn man die alte Handwerkskunst noch nicht beherrscht, sich aber dafür interessiert, sollte man vorbeischauen, denn Teresa, Svenja und die anderen Teilnehmer*innen nehmen sich gerne die Zeit, um es euch beizubringen.

Ein anderes Highlight des Nachbarschaftsfestes war das von Alja, Sabine und Markus angelegte Labyrinth. Man wurde von ihrem Stand aus – mit Markierungen in Form eines Labyrinths – zur Dreikönigenstraße 147 geleitet. In einem öffentlich zugänglichen Hof fanden sie hier den geeigneten Ort, um ihre Idee eines Labyrinths zu verwirklichen. Eine magentafarbene Linie diente als Begrenzung. „ Ein Labyrinth ist kein Irrgarten. Es führt immer zur Mitte“ erklärt mir Markus. Vor dem markierten Bereich liegen Karten auf dem Tisch mit Aufschriften wie: An wen/was denke ich auf dem Weg? Was fühle ich, wenn ich anderen begegne? Anregungen woran man denken könnte, wenn man das Labyrinth betritt. Auf weiteren stehen spielerische Ideen, was man tun könnte: Beobachte andere Besucher. Gehe rückwärts. Tanze! Das war meine Karte. Zu Begehungszeiten wird die Reise durchs eigene Labyrinth von Livemusik untermalt. „Könnten sie bitte weiter spielen? Ich war mit meinem Gedanken noch nicht am Ende.“ fragt eine Frau den Musiker GentlemanRocker.

„Interessant ist es, wenn viele Leute es gleichzeitig begehen, denn dann ist es wie im echten Leben: Man drängelt, steht sich im Weg. Die einen sind langsamer, die anderen schneller.“ beschreibt Sabrina ihre Beobachtungen.

Wiedersehen macht Freude. Das Team von der Jugendhilfe Individuell war mit einem Tapeart-Stand vertreten und klebte zusammen mit einigen Kindern auf Leinwände und an eine große Holzwand bunte Muster. Für farbige Eindrücke sorge auch die Schülergruppe der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule, die eine Modenschau der Kulturen aufführte.

Auch die Blumengruppe, die dafür sorgt, dass wir uns an bunten und gepflegten Blumenbeeten auf der Lewerentzstraße erfreuen können, hatte einen Stand. Hier konnte man sich von den Fachfrauen beraten lassen und gleich auch eine Samenausrüstung für den Frühling mitnehmen.

Für mich persönlich war das köstliche, abwechslungsreiche kulinarische Angebot ein Genuss. Einen Burger vom Fachschaft Design-Stand sollte hoffentlich jeder probiert haben. Die Burger waren vegetarisch, frisch und lecker. Dazu konnte man sich einen Erdbeer-Daiquiri mixen lassen.

Türkische und griechische Spezialitäten wurden frisch zubereitet und angeboten. So erstaunte es mich nicht, dass sich die meisten Besucher*innen im großen Zelt, welches im Zentrum der Veranstaltung bereit stand, den zweiten und dritten Nachschlag holten. Zum Nachtisch gab es Waffeln und Kaffee.

Nachdem man alles ausführlich bestaunte, sich drei Gänge einverleibt und etwas Schönes für sich oder seine Lieben getrödelt hatte, verführte die Wiese in der Mitte des Corneliusplatzes zahlreiche Besucher*innen zum Picknicken. Ein seltenes und sehr erfreuliches Bild, welches die vielen Decken, Kissen und Menschen darboten. Im rötlichen Licht des Herbstes genossen wir die Musik aus den Lautsprechern, aber vor allem die spontanen Gitarren Sessions.

Ein so durchdachtes, abwechslungsreiches Fest mit einer entspannten und offenen Atmosphäre gibt es in Krefeld selten. Ein riesiges Dankeschön an alle die mitgewirkt haben. Ihr habt den Menschen im Viertel einen einprägsamen und besonderen Tag geschenkt. Danke an alle Besucher, denn ohne euch wäre es nicht ein solch gelungener Sonntag geworden. Das kann unsere Nachbarschaft gut gebrauchen. Eine wunderbare Gelegenheit vor die Tür zu gehen und seinen Nachbarn*innen zu begegnen.

von Lydia Koslowski

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