Foto: Norbert Krause

Spielen, planen, Zukunft schaffen!

Anstatt eines klassischen Neujahrsempfangs lädt die UNS alle Viertelaktivisten – und solche, die es werden wollen –zu einem Spieleabend in die Ecke. Spieleabend!? Nein es geht hier nicht um Skat, Schach oder Mensch ärgere dich nicht, sondern um einen spielerischen Weg, einen wichtigen Projektbaustein zu realisieren. Es geht um die Shedhalle.

Die über 3.000 Quadratmeter große Fläche im Herzen der Alten Samtweberei soll nämlich dieses Jahr konkret geplant und umgebaut werden, damit dort ab Frühjahr 2017 neues, buntes Leben einziehen kann.

So beginnt der Abend des 7. Januar dann auch nicht mit Sekt und Häppchen sondern vor allem mit geistigem Input. Dafür hat sich der hintere Raum der Ecke temporär zum Vorlesungsaal gewandelt. Und der ist bereits kurz nach 19 Uhr gut gefüllt. Anwohner und Kulturschaffende, Pioniere und Stadtvertreterinnen haben den Weg in die Südstraße gefunden und bekommen von Henry Beierlorzer und Robert Ambrée zunächst die Grundzüge des „Shedhallenspiels“ und der damit verbundenen Planungsaufgabe erklärt. Dann übernehmen die beiden Spielleiter Johannes Jansen und Norbert Krause, die das Spiel auch entwickelt haben.

Nachdem ausgelost worden ist, welche acht Glücklichen sich an den Spieltisch begeben dürfen, bitten die Spielleiter nach vorne, wo das Spielfeld – ein großer Plan der Shedhalle – bereits aufgebaut ist. Vier Zweierteams dürfen sich gemeinsam Gedanken über die Zukunft der Halle machen: Die Vertreter der Wohngruppe, der Pioniere und der Stadtteilbewohner können jeweils ihre besonderen Interessen und Sichtweisen einbringen. Die vierte Gruppe soll Kindern und Jugendlichen eine Stimme verleihen. Um Ihre Ideen realisieren zu können, bekommen die Spielerinnen und Spieler ein Budget: 10.000 „Samtwebertaler“. Damit können Sitzbänke bezahlt werden oder Spielgeräte oder eine Skaterbahn oder etwas anderes Sinnvolles für die Ausstattung der Halle.

Wie bei Monopoly bekommen alle Spieler zu Beginn das gleiche Geld. Aber anders als bei dem bekannten Klassiker geht es hier nicht darum, zum Schluss als Reichster am Spieltisch zu sitzen. Ziel ist es vielmehr, gemeinsam zu einem guten Ergebnis zu kommen. Und wie im richtigen Leben müssen dabei auch im Shedhallenspiel kaum beeinflussbare Rahmenbedingungen beachtet werden: zum Beispiel, dass eine bestimmte Fläche für PKW-Stellplätze eingeplant wird, dass Dachöffnungen vorgesehen werden und das Wohnprojekt das Recht auf seinen eigenen Vorgarten hat. Darüber hinaus soll alles geplant und verhandelt werden können.

So geschieht es auch am 7. Januar in der Ecke. Die acht Spielerinnen und Spieler haben sich am Tisch versammelt. Dazu einige Schaulustige und Interessierte. Zuerst tastend und dann immer sicherer begeben sich die Akteure in ihre Rollen. Eine große Sitzgruppe ist dem Wohnprojekt 3.000 Taler wert, während die Stadtteilbewohner eine Veranstaltungsbühne wollen und die Pioniere eine Boule-Bahn für entspannte Mittagspausen. Auch die Kinder wollen in der Shedhalle spielen – allerdings auf einem Ballspielfeld und an einer Tischtennisplatte. So füllt sich das Spielfeld Runde für Runde, während die Geldhäufchen vor den Spielern kleiner werden. Zwischendurch greifen die Spielleiter immer wieder ein, fragen nach und weisen auf Regeln und Begrenzungen hin.

Kooperation statt Konfrontation, das scheint beim ersten Shedhallen-Spieleabend ziemlich gut zu funktionieren. Am Ende haben sich die Beteiligten auf eine Hallennutzung geeinigt, die so gut es geht, allen Interessen Rechnung trägt. Aber natürlich ist das nur eine mögliche Lösung.

Bevor in den echten Planungsprozess eingestiegen wird, will die UNS weiteren Planspielern eine Chance geben. Daher sind im Januar drei weitere Spieleabende geplant:
am Donnerstag, den 14. Januar und am Mittwoch, den 20. Januar jeweils von 18-20 Uhr und
am Freitag den 29.Januar von 14-16 Uhr in der Ecke, Südstraße 29, Anmeldung unter: info@samtweberei.de

Foto: Norbert Krause

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