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Ich bring Dich in die „ECKE“

Das „Geburtstagskind“ ECKE bekam zu seiner ersten Geburtstagsfeier am 1. Dezember 2016 alles, was dazu gehört. Die Gäste kamen fröhlich und zahlreich.

Es gab eine wunderschöne Torte von einem griechischen Konditor aus dem Samtweberviertel. Ein Gedicht durfte nicht fehlen, vorgetragen von einer Teilnehmerin der Handarbeitsgruppe „Wollwerk“. Ein weiteres Highlight waren die Glückwünsche. In einer Ecke der ECKE stand ein Strandkorb, hier konnte man sich Kopfhörer aufsetzen und die Glückwünsche von verschiedenen Gästen, Teilnehmern und Freunden anhören. Herzliche Danksagungen, die besten Wünsche und Liebesgeständnisse an die ECKE, gesprochen von Kindern und Erwachsenen in unterschiedlichen Sprachen. Diese Aktion konnte über die Viertelstunden realisiert werden, die Philipp Reno Müller, ein Pionier und Tontechniker von LONIAC, investierte. Als frischer Pionier und Gründer seiner Firma „Atair Mastering“ baut er auf die Unterstützung und die Kontakte, die ihm das Samtweberviertel gibt.

Fotos: Marcel Rotzinger, Copyright: UNS

Von einer sehr erfolgreichen und festlichen Geburtstagsfeier abgesehen, wollte ich wissen, wie das erste Jahr in der ECKE war. Es gibt niemanden, der mir die Geschichte der ECKE besser erzählen kann, als Wasi (Wasiliki Kragiopoulou), die Koordinatorin der ECKE.

Die ECKE ist ein Kooperationsprojekt der BI (Bürgerinitiative Rund um St. Josef e.V.) und der UNS (Urbane Nachbarschaft Samtweberei gGmbH). Sie bietet einen offenen Raum für nachbarschaftliches Miteinander im Samtweberviertel. Flexibel genutzt, steht sie für vielfältige Aktionen und Angebote den Menschen zur Verfügung. Dazu gehören Stammtische und Diskussionsrunden, Handarbeitskurse, Sprachförderkurse, Bastel- und Backaktionen für Kinder und Erwachsene, auch eine Theatergruppe probt jeden Samstag in der ECKE. Dreimal in der Woche gibt es eine „Offene Tür“, montags von 15 bis 17 Uhr, mittwochs von 16 bis 18 Uhr zusammen mit der „Formularhilfe“ von Wasi und ihrer Kollegin Khaoula Bouaouda und freitags von 9.30 bis 11.30 Uhr beim offenen Frühstück.

Viele Besucher der ECKE nehmen die Angebote regelmäßig in Anspruch, andere kommen sporadisch. Für Wasi und ihre Arbeit sind Zuverlässigkeit, Vertrauen und Ernsthaftigkeit das Wichtigste. Die Menschen im Viertel sollen sich auf die ECKE verlassen können. Die Öffnungszeiten zur „Offenen Tür“ und Veranstaltungen sind für sie verbindlich. „Die Leute vertrauen uns und das kann nur bewahrt werden, indem man wirklich da ist und zuhört.“

Egal, was dazwischen kam, das Freitagsfrühstück fand immer statt, auch mit der Hilfe von Teilnehmerinnen, die für Wasi einsprangen. So konnten sie Eigeninitiative zeigen, mitgestalten und nachbarschaftliches Miteinander leben.

Während der fast 40 Frühstücke seit April 2016 stieß Wasi Vorstellungsrunden an, um das Eis zu brechen. “Diskussionsthemen gibt es immer genug! Ich versuche, mich auf jede Person einzustellen und mache die Menschen dabei miteinander bekannt. Wenn ich merke, dass die Kommunikation gut läuft, ziehe ich mich gern wieder zurück.“

Eine Idee, die während des Frühstücks entstand, war beispielsweise der „Stammbaum meiner Familie“. Ein Thema, welches es allen ermöglichte, die Geschichte über die eigene Herkunft zu erzählen. Aus der Idee entstand dann ein Kreativworkshop unter der Leitung der Künstlerin Claudia Reich. Die Teilnehmerinnen trugen Fotos, Skizzen und ihre Geschichten zusammen und gestalteten einen Stammbaum.

Wasi erzählt mir, dass viele das Frühstück in der ECKE nutzen, um die eigenen Deutschkenntnisse zu verbessern. Da die Atmosphäre offen und gelöst ist, brauchen sie sich hier nicht zu genieren.

Die geselligen Runden nutzt Wasi gern, um auf bevorstehende Veranstaltungen und Workshops hinzuweisen. Sei es das Kirschblütenfest,das Nachbarschaftsfest, der Elektronikworkshop für Kinder mit den Pionieren Florian Pfahl und Andreas Kalinka von „Space Interactive“ oder die Ferienaktionswoche in der ECKE in Kooperation mit der Stadt Krefeld. Eltern, die in der ECKE frühstücken, können ihre Kinder direkt für die Aktivitäten anmelden. Wichtig ist, dass Anmeldung und Kommunikation so unkompliziert wie möglich ablaufen, damit jeder Interessierte ohne Hindernisse mitmachen kann.

„Die ECKE ist ein Ort, an dem sich Welten mischen und Netzwerke bilden.“

Aus der Anfrage einer Frau, die Probleme mit ihren Unterlagen hatte, wurde ein Konzept zur Formularhilfe erarbeitet. Dabei kann man sich in der ECKE nicht nur beim Ausfüllen von Formularen helfen lassen, es werden gelegentlich auch Anrufe bei Behörden getätigt. Insbesondere solche Hilfe wird dankend angenommen, denn ohne die nötigen Deutschkenntnisse sind solche Aufgaben schlecht zu bewältigen.

Für die Zukunft der ECKE wünscht sich Wasi, diese noch bekannter zu machen. Noch mehr Leute sollen ihren Weg in die ECKE finden und dort eigene Projekte realisieren.

„Die Leute sollen mitgestalten, sich eigene Aktionen ausdenken und die ECKE dabei nutzen. Selbst wenn man nicht am Frühstück oder den anderen organisierten Aktivitäten teilnehmen will, kann man dennoch die Räumlichkeiten nutzen oder Tische, Geschirr und Kaffeekannen für ein bevorstehendes Familienfest ausleihen. Auch das macht gute Nachbarn aus!“

…Eine Frau kommt herein und fragt Wasi: „Was machen Sie hier eigentlich genau? Ich suche jemanden, der mir zum Thema soziale Betreuung weiter helfen kann.“ Sie schildert Wasi ihr Problem und Wasi hört ihr zu.

Danke!

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