Foto: Marcel Rotzinger, Copyright: UNS

Das Nachbarschaftsfest kommt nach Hause.

Die Nachbarschaft Samtweberei lud zum dritten Nachbarschaftsfest am 7. September um 14 Uhr alle Nachbarn*innen des Viertels ein. Es war das erste Fest nach Fertigstellung der neuen Halle im Inneren der Alten Samtweberei.

Es war die „Jungfernfahrt“ der neu eröffneten Shedhalle, in der die Veranstaltung stattfand, denn es regnete Hunde und Katzen und der Wind trug zusätzlich zur Ungemütlichkeit bei. Die Gäste, geschützt durch die dicken Mauern, konnten auf dem Gelände der Samtweberei an diesem Tag erleben, wie wetterfest und festlich der neue Platz fürs Viertel ist.

Der grüne Teppich am Eingang in die Samtweberei wies den Nachbarn*innen den Weg in den Hof. Schon beim ersten Anblick des Eingangs wurde einem warm, denn während der Himmel grau und dunkel war, leuchtete es aus der Halle und die Stimmen der Nachbarn und Nachbarinnen wurden zum Eingang getragen. Der erste Eindruck ersetzte das fehlende Licht und die vermisste Wärme an diesem Tag.

Das letzte Nachbarschaftsfest wurde am Corneliusplatz, unweit der Samtweberei gefeiert. Das Programm des diesjährigen Festes konnte auf Grund der Lage sehr viel mehr Auswahl an Aktivitäten bieten: Direkt am Eingang fand man einen großzügigen Sitzbereich, um in Ruhe die internationalen Köstlichkeiten zu genießen. Ein sehr schöner Stand wurde von Schülern*innen der Albert-Schweizer Realschule bewirtschaftet. Sie verkauften Dürüm und eine Auswahl selbst gemachter Salate. Ein Stand sorgte besonders für appetitanregenden Geruch: Der Popcorn und Waffelstand der Bürgerinitiative Rund um St. Josef e. V. Alleine das kulinarische Angebot bei den Festen im Viertel, sei es beim Kirschblüten– oder beim Nachbarschaftsfest, sind einen Besuch wert!

 

Eine Besonderheit des Nachbarschaftsfestes war auch dieses Mal wieder der Trödelmarkt. Hier konnte man, vom Wetter ungestört, schlendern und stöbern. Eine wichtige Regel lautet, dass keine Neuwaren verkauft werden dürfen. Dadurch war die Auswahl bunt gemischt: Von Kinderspielzeug, Büchern, Platten bis zu schönen 50er Jahre Lampen, war alles dabei.

Die Albert-Schweizer Realschule hatte eine Kunstausstellung organisiert. Hier konnte man die Ergebnisse der Schüler*innen zu einem Projekt mit alten Holzrahmen sehen. Diese Rahmen wurden von einer alten Dachziegelfabrik gespendet und die Kinder hatten die Aufgabe sie nach ihren Vorstellungen zu Bilderrahmen umzubauen. In der Shedhallen-Werkstatt war die Filminstallation „Model City“ von den Sputnics aufgebaut. Die Besucher*innen konnten nach ihren Wünschen und Vorstellungen die Modellstadt umgestalten. Der Clou war, dass eine Kamera gesteuert durch eine spezielle Software automatisch in regelmäßigen Abständen Bilder vom Set gemacht hat, diese wurden dann unmittelbar zu einer Animation zusammengesetzt, die auf den Monitoren zu sehen war. Stadtentwicklung live und selbst erdacht. Über den Tag verteilt konnte man beobachten, dass es nicht nur Kindern, sondern auch vielen Erwachsenen große Freude bereitete die Stadt weiter zu bauen.

Direkt daneben hatte der „Mobifant e.V.“ seinen Mitmachzirkus eröffnet. Der Anhänger war bestückt mit Mobil-Spielzeug für Kinder und Erwachsene. Hier konnte man sich einem Par¬cours auf Rollhölzern stellen, seine Fertigkeiten auf der Slackline testen oder eines der vielen Einräder ausleihen und sich darauf durch die Halle bewegen. Der offene Teil der Halle war weitläufig frei gelassen und hier wurde am späten Nachmittag die Tanzfläche für die Tänzer*innen der Area47 – Urban Dance Company eröffnet. Die Jungs und Mädels heizten sich selbst, aber vor allem den vielen begeisterten Zuschauern, mit einem ausgiebigen Tanzbattle ein.

Eine schöne Idee, deren Umsetzung super gelungen ist, ist die Give-Box und die Bücher-Box. Hier kann man in einer Art Mini-Shop, Gebrauchsgegenstände, die noch schön und nützlich sind, die man aber selbst nicht mehr braucht, spenden und tauschen.

Der Garten der Shedhalle stand in voller Pracht, obwohl es schon kalter Oktober war. Ein Gemeinschaftsgarten, an dem alle Nachbarn*innen mitwirken und miternten dürfen und sollen. Der Garten sowie der neue Sportplatz sind nicht überdacht, aber geschützt durch die erhaltenen Wände. So hat man genug frische Luft und bei gutem Wetter den Himmel und die Sonne über sich, während man Fußball spielt oder gärtnert. Besonders schön und gut positioniert sind die Sitzgelegenheiten am Rand des Spielfeldes, für alle die, die lieber zusehen möchten oder die Sonne genießen wollen.

Nach einigen Stunden konnte es dem einen oder der anderen zu kalt werden und wenn kein heißer, köstlicher Kaffee vom CoffeeBike mehr helfen wollte, ging man einfach ins Lentz und wärmte sich dort bei Live-Musik von Singer/Songwriter Jan-Henri Baum auf. Das Lentz ist eines der schönsten Cafés in Krefeld und die Atmosphäre ist herzlich und locker.

Das ganze Fest hat die Erwartungen Vieler übertroffen, viele Nachbarn*innen sind gekommen und haben den ganzen Tag hier verbracht. Das abwechslungsreiche Angebot und die kreativen Ideen, die von den Organisatoren Zweiplus und der Nachbarschaft Samtweberei in der Shedhalle umgesetzt wurden, begeisterten alle. Das Konzept des Nachbarschaftsfests hätte nirgendwo besser Ausdruck finden können, als in diesen schönen Räumen.

Danke, an alle die diesen wunderbaren Tag für uns Nachbarn und Nachbarinnen möglich gemacht haben: Ein Zusammenkommen Aller aus dem Viertel unter einem schönen Dach.

Text: Lydia Koslowski
Fotos: Marcel Rotzinger

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