Foto: Sebastian Maaß, Copyright: UNS

Ein Ort des Fortschritts – Das „Samtweberviertel“ wird vom Land NRW geehrt

„Nicht nur Hightech ist Fortschritt“, das ist eine der Kernaussagen von Minister Michael Groschek bei seiner Rede anlässlich der Verleihung des Ehrentitels „Ort des Fortschritts“.

In Vertretung des Landesministeriums für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr ist er in das Samtweberviertel gekommen, um die Ehrung offiziell auszusprechen. „Die Alte Samtweberei ist momentan mein Lieblingsprojekt“, erklärt er unter dem Beifall der Anwesenden. „Hier wird Mehrwert geschaffen, Arbeit gestiftet und Geld sinnvoll reinvestiert. Projekte wie dieses sollten zu Pilgerstätten für alle Gutmeinenden werden.“

Noch vor einigen Jahren hätten die Bewohner der Krefelder Südweststadt sich wohl sehr gewundert, von der Prominenz aus Stadt und Land derart gelobt zu werden. Stadtteilaktivistin Elif Manaz war schon immer von den Qualitäten ihrer Heimatstadt überzeugt, die in den letzten zwei Jahren nur noch den „letzten Kick“ bekam. „Als ich sah, welche Möglichkeiten sich durch die Aktivitäten der UNS auf einmal ergaben, habe ich mich direkt darauf gestürzt“, erzählt sie mit einem ansteckenden Lächeln im Gesicht. Zufrieden sein kann auch der Bürgervereinsvorsitzende Roland Boosen, der 2015 mit Hilfe der Projektmittel das erste Kirschblütenfest realisieren konnte und genau wie Elif Manaz im „Viertelsrat“, dem lokalen Projektbeirat aktiv ist.

Dass die Stadtteilarbeit auch für UNS-Geschäftsführer Henry Beierlorzer eine Herzensangelegenheit ist, wird bei dem Festakt im Torhaus der Alten Samtweberei deutlich. „Meine Rolle ist es, das Geld, dass Montag-Stiftung, Land und Stadt Krefeld zur Verfügung stellen, wieder auszugeben“, erklärt er. „Dabei wäre es schon Erfolg genug gewesen, 4.500 Quadratmeter leerstehende Nutzflächen wiederbelebt zu haben, aber unsere Aufgabe geht ja weit darüber hinaus. Mit den Erträgen der Immobilien machen wir die Stadtteilarbeit erst möglich und die Mieter des Pionierhauses und demnächst auch die des Wohnprojekts unterstützen uns dabei nach Kräften.“
Einige von diesen besonderen Menschen sind natürlich auch zum Ehrentag des Samtweberviertels erschienen und werden von Moderatorin Frauke Burgdorff zu ihren persönlichen Eindrücken befragt. Auf die Bühne kommen mit Thano Zurnatzis und Martin Stappen zwei „Pioniere“ sowie eine zukünftige Wohnungsmieterin Frau Martens, die derzeit noch in ihrem Häuschen im grünen Vorort Forstwald lebt. Sie freut sich bereits jetzt auf die Zeit nach ihrem Umzug ins Samtweberviertel und will ihre Ehrenamtsstunden dann zum Nutzen älterer Mitbürger einsetzen. Als besonders lebendigen Ort empfinden auch die Pioniere ihr Haus und das gesamte Viertel. „Oft sprechen mich Kunden auf das Pionierhaus an“, erklärt Martin Stappen. „Die moderne Form der Zusammenarbeit, die wir hier leben, erweckt sehr viel Interesse.“

Möglich wurde die Krefelder Erfolgsstory durch den Mut der Carl Richard Montag Förderstiftung und das große Engagement der Stadt Krefeld. „Als wir 2013 entscheiden mussten, wo wir unser Geld investieren wollten, war es für uns besonders wichtig, vor Ort Akteure zu finden, die wirklich mitmachen und Verantwortung übernehmen wollen“, erinnert sich Helmut Krayer, Finanzvorstand der Carl Richard Montag Förderstiftung. „Die haben wir in Krefeld gefunden, sodass wir dann auch bereit waren, ins Risiko zu gehen.“ Diese Risikobereitschaft wurde auch von der Krefelder Lokalpolitik honoriert, die sich riesig freute, dass die Wahl der Montag Stiftung auf ihre Stadt gefallen war. Wir haben die Chancen für Krefeld sofort erkannt“, berichtet Baudezernent Martin Linne. „So kam es bei der Übertragung der Samtweberei im Erbbaurecht auch zu einer der seltenen einstimmigen Entscheidungen im Rat der Stadt. Für mich ist das hier der Inbegriff eines partizipatorischen Projekts.

Für Oberbürgermeister Frank Meyer beweist der Projekterfolg, dass man in der Politik nicht nur auf Kennzahlen achten darf. „Für mich hatte der Stadtteil schon immer ein Riesenpotenzial“, erklärt er. Man muss nur mal mit den Leuten auf der Straße oder mir den Pionieren reden, dann weiß man, dass man sich um die Südweststadt keine Sorgen machen muss. Ein echter Ort der Zukunft.“

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